Pfarrkirche St. Michael
in Niederrotweil/
Kaiserstuhl

 

 


Wenn der Reisende von Freiburg kommt, gelangt er zuerst über den Kaiserstuhl nach Oberrotweil mit der großen Pfarrkirche. Die Gemeinde von Oberrotweil umfasst jedoch auch den kleineren Ortsteil Niederrotweil, welcher über die Hauptortstraße zu erreichen ist. In diesem Ortsteil befindet sich die berühmte alte Pfarrkirche "St. Michael" (Zwischen beiden Ortsteilen liegt übrigens - umgeben von Reben und Wald - die beliebte Wallfahrtskirche St. Pantaleon.).

Rothweil (mit langem "o" gesprochen) ist der alte Name für die beiden Ortsteile Ober- und Niederrotweil. Die erste Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahre 972 in den Urkunden des Klosters Einsiedeln. Die erste Erwähnung der Kirche mit einer Urkunde stammt aus dem Jahre 1175, was auch die neuesten Untersuchungen an der noch vorhandenen alten Bausubstanz von St. Michael bestätigen. Die Pfarrei Rothweil war bis 1680 dem Benediktinerkloster St. Blasien inkorporiert. Die Benediktinermönche waren große Förderer religiöser Kunst in Rothweil, deren größte Stiftung der große Schnitzaltar Mariä Krönung darstellt. Bis 1838 blieb die St. Michaelskirche die Haupt- und Pfarrkirche der Gemeinde Rothweil.

St. Michael war stets die Stätte des Gebets - und in unruhigen Zeiten ein Zufluchtsort für die Menschen. Die Gesamtanlage der Kirche und die Kirchhofmauer scheint eine Wehranlage gewesen zu sein, die einerseits durch eine Rheinschleife, und andererseits durch die Berge geschützt lag und durch ihren inselartigen Charakter sehr wohl zu Wehrzwecken geeignet war.

Die alte Kirche St. Michael wurde in vielen Werken und in der Dichtung beschrieben und besungen. Mit ihrem großen Schnitzaltar und den aus kunsthistorischer Sicht interessanten Wandmalereien wurde sie in den letzten Jahren zu einem bedeutenden kulturhistorischen Ort. Zwischen 1994 und 2000 wurde St. Michael gründlich restauriert und saniert und erscheint so heute in neuem Glanz, der die Vergangenheit wieder lebendig werden lässt.