Wallfahrts-Freitage und
Wallfahrtsfest

Schon in den ältesten Pfarrbüchern wird festgehalten, dass an jedem Freitag ein Wallfahrtsgottesdienst mit Beichtgelegenheit für die Wallfahrt in St. Pantaleon gefeiert wird. Ein besonderer Wallfahrtstag ist seit alters her der Hagelfreitag am Tag nach Christi Himmelfahrt mit Predigt und Amt. An diesem Tag wird um gedeihliches Wetter und um Verschonung von Hagelschlag gebetet.

Der wichtigste Wallfahrtstag ist seit Beginn der Wallfahrt der Pantaleons-Sonntag. Das ist der Sonntag nach dem 27. Juli, dem Gedenktag des hl. Pantaleon. Auch in den schweren Kriegsjahren 1914-1918 und 1940-1945 feierte eine große Pilgerzahl das Wallfahrtsfest zu Ehren des hl. Pantaleon bei der Wallfahrtskirche. Zu einer Schwächung der Wallfahrt kam es in den Jahren nach dem ersten Weltkrieg, als die elsässischen Wallfahrer nicht mehr in so großer Zahl wie vor dem Krieg nach St. Pantaleon kommen konnten. Aus der Zeit zwischen den Weltkriegen wird immerhin von einer großen Zahl von Wallfahrern bei St. Pantaleon berichtet. Die Ereignisse des Zweiten Weltkrieges haben den Ausfall der Wallfahrer aus dem Elsass leider weiter vertieft, so dass heute nur noch Einzelgruppen nach St. Pantaleon kommen.

In der Rothweiler Bevölkerung wird noch immer erzählt, dass am Anfang dieses Jahrhunderts die Pilger aus den entlegenen Gemeinden bereits am Samstag vor dem Wallfahrtstag mit Pferdefuhrwerken hierher gefahren sind. Von den Ortsbewohnern wurden sie bereitwillig aufgenommen und beherbergt. Im Laufe der Zeit entstanden dadurch immerwährende Freundschaften, da die auswärtigen Pilger meist dasselbe Quartier wieder aufsuchten.

In früheren Zeiten begann der große Wallfahrtsgottesdienst mit der Festpredigt bei der Wallfahrtskirche. Die Pilger fanden meist keinen Platz im Gotteshaus, deshalb verlagerte man im Laufe der Zeit die Feier des Gottesdienstes auf den Platz vor der Kirche. Schon in den Anfangszeiten der Wallfahrt wurde der Gesang der Pilger durch eine Musikgruppe begleitet. Der Festgottesdienst wurde mit dem Singen des Pantaleonsliedes beendet. Viele Wallfahrer gingen noch zum Altarschrein um in ihren persönlichen Anliegen zu beten und die Gaben für die Wallfahrtskirche zu spenden.

Nach der Wallfahrt gingen die Pilger zur leiblichen Stärkung in eines der Gasthäuser von Oberrotweil oder Niederrotweil. Der Wallfahrtssonntag war immer auch der Tag der Zusammenkunft mit den Verwandten und Freunden. An diesem Brauch halten die Rothweiler bis in unsere Tage fest.

Die Ortsgeistlichen luden auch einige Gäste zu sich ein, um die kirchlichen und gesellschaftlichen Angelegenheiten zu diskutieren. Das war immer schon eine besondere Geste gegenüber den Eingeladenen. Aus dem schweren Jahr 1945 wird berichtet, dass der damalige Pfarrer Wilhelm Burth den französischen Kommandanten, Major Partiot, zum Wallfahrtsfest eingeladen hat. Auch in den letzten Jahren wurde diese alte Gepflogenheit weitergeführt.

Die Festprediger der vergangenen Wallfahrtfeste